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Unsere Geschichte.....
Mit den ersten Gedanken, in Gurmels eine Musikgesellschaft zu gründen,
befasste sich bereits in den Zwanzigerjahren der fortschrittlich
denkende Jungbauer Arnold Kilchör aus Kleingurmels.
Während in vielen anderen Gemeinden und Pfarreien Deutschfreiburgs an
Fest und Feiertagen die Dorfmusik aufspielte, musste man in Gurmels bei
solchen Anlässen auf musikalische Begleitung verzichten, was sehr
bedauert wurde.
Um 1925 wandte sich Arnold Kilchör mit der Idee, eine Musikgesellschaft
zu gründen, an den damaligen Lehrer und Organisten in Gurmels, Herrn
Rappo, in der Hoffnung, in ihm einen Gleichgesinnten und zugleich
musikalischen Leiter zu finden. Dieser war sofort begeistert und bereit,
die Leitung zu übernehmen. Kurz darauf wurde er jedoch in den
Sensebezirk versetzt, so dass dieser erste Anlauf kurzum scheiterte.
Etwas später gelangte Arnold an den Nachfolger, Herrn Aeby aus St.
Antoni, ebenfalls Lehrer und Organist in Gurmels. Seine Antwort war
jedoch nicht sehr ermutigend und lautete: «Wir haben in St. Antoni eine
Musikgesellschaft, und ich weiss, was das heisst; seid froh, dass ihr in
Gurmels keine habt!» Damit war der Fall vorerst erledigt.
Als dann der sehr musikalische Sekundarlehrer und Organist, Herr Alois
Kolly, nach Gurmels kam, um die Regionalschule zu übernehmen, fand
Arnold in ihm endlich den richtigen Mann! Sofort hielt man Umschau nach
interessierten und blasmusikbegeisterten Leuten. Spontan meldeten sich
eine schöne Anzahl Jungmänner, viele aus den Reihen des Caecilienvereins,
dem Alois Kolly ebenfalls als Dirigent vorstand.
So konnte am 15. September 1933 endlich die Gründungsversammlung der
Musikgesellschaft Gurmels abgehalten werden. Kurz darauf, am 11. Oktober
1933, fand die erste Generalversammlung statt, an der 24 Aktivmitglieder
begrüsst werden konnten. Der erste Vorstand wurde wie folgt besetzt:
Präsident
Arnold Kilchör
Vize-Präsident
Peter Kaeser
Sekretär
Edmond Perler
Kassier
Emil Rotzetter
Beisitzer
Johann Schaller
Die grosse Sorge galt nun der Anschaffung von Instrumenten. Dafür wurden
Zeitungsinserate aufgegeben. Nach und nach konnten Occasionsinstrumente
angeschafft werden, teils von privater Seite, teils von den Firmen
Hirsbrunner Sumiswald und den Gebrüdern Hoffmann aus Bern. Aus dem
damaligen Kassabuch ist ersichtlich, dass für ein Althorn in Es Fr. 18.–
und für ein Cornet in B Fr. 30.– bezahlt worden war. Freiwillige
Spenden, sogenannte «Ehrenbeiträge», halfen über die ersten finanziellen
Schwierigkeiten hinweg. Zur Stärkung der Kasse führte man eine einmalige
Eintrittsgebühr von Fr. 5.– und einen monatlichen Beitrag von 50 Rp.
ein. Wer ohne triftigen Grund aus der Gesellschaft austrat, bezahlte
eine Austrittsgebühr von Fr. 20.–.
Bei der Raiffeisenkasse in Cordast wurde ein Darlehen von Fr. 2000.–
aufgenommen, wofür jedes Mitglied unterschreiben musste und solidarisch
haftete. Im Jahre 1934 wurde das erste Lotto mit Tombola organisiert.
Neben dem Meistern der finanziellen Hürden in einer wirtschaftlich
schwierigen Zeit widmete man sich begeistert der musikalischen
Ausbildung, die Alois Kolly leitete, so dass an Weihnachten 1934 zum
ersten Mal öffentlich aufgetreten werden konnte.
In den folgenden Jahren wurde mit Eifer musiziert. Dabei scheinen sich
die Gebrüder Kilchoer, Präsident Arnold, Marcel, Johann und Vinzenz
besonders hervorgetan zu haben, so dass man bald einmal von der «Kilchör-Musik»
sprach.
1935 erhielt der Dirigent Alois Kolly zum ersten Mal einen Lohn. Dabei
handelte es sich um ein Jahreshonorar von Fr. 200.–. Im folgenden Jahr
führte Arnold Kilchör einen Bläserkurs für Anfänger durch, der dem
Verein sieben neue Aktivmitglieder brachte.
1937 wurden Ledertaschen zur Unterbringung der Marschmusiknoten sowie
braune Police-Mützen angeschafft, um in Sachen Bekleidung eine teilweise
Einheitlichkeit zu erreichen, zumal der Kauf einer Uniform jenseits
aller finanziellen Möglichkeiten lag. Im selben Jahr wurde die erste
Vereinsfahne eingeweiht.
Die Gewitterwolken des Zweiten Weltkrieges überschatteten auch die
Musikgesellschaft Gurmels. Von 1939 bis 1942 wurde die Vereinsaktivität
infolge militärischen Aktivdienstes vieler Mitglieder teilweise
eingestellt.
1943 trat Arnold Kilchör als Präsident zurück und übergab sein Amt an
seinen Bruder Johann. Unter seiner Aegide wurde nach dem Krieg auf die
Anschaffung einer Uniform hingearbeitet. Hierzu schuf man einen Fond.
Dank der grossartigen Spendefreudigkeit der Bevölkerung konnte 1949 zum
ersten Mal in einer schmucken dezent grauen Uniform aufmarschiert
werden.
Der Verein zählte damals 32 Aktivmitglieder, eine bis anhin noch nie
erreichte Anzahl. Weil in materieller Hinsicht viel erreicht worden war,
machte sich in den folgenden Jahren eine bedenkliche Lauheit breit. An
der Generalversammlung von 1953 zählte der Verein gerade noch 20
Aktivmitglieder.
1958 demissionierte der Gründungsdirigent Alois Kolly. Sein Nachfolger
wurde Hugo Perler aus Heitenried. Auf sein Bewegen hin trat die
Musikgesellschaft Gurmels nun endlich auch dem kantonalen Musikverband
bei und nahm 1960 erstmals an einem musikalischen Wettstreit teil,
nämlich am Kantonalen Musikfest in Freiburg. Mit Goldlorbeer für die
Ouvertüre «Regina» von Rossini und Silberlorbeer für die Marschmusik
wurden die mutigen Gurmelser belohnt.
1963 übernahm Hugo Perler die Leitung der Musikgesellschaft Heitenried
und übergab den Taktstock dem Flügelhornisten Konrad Schaller. Viel
Aufbauarbeit wartete: Die Probenzahl wurde verdoppelt und
Jungbläserkurse wurden durchgeführt, um die lückenhaften Register wieder
aufzufüllen. Am 7. Juni 1964 fand in Cressier das allererste
Bezirksmusikfest des Seebezirks statt. Die Musikgesellschaft Gurmels war
mit der «Petite Sérénade facile» von G. Boedjin auch dabei.
An der Generalversammlung von 1965 wurde nach langem Hin und Her
beschlossen, nun auch, wie andere Musikgesellschaften, ein Jahreskonzert
aufzuführen. Das erste wurde am 1. Mai 1966 im Saal zum Brennenden
Herzen abgehalten. Im gleichen Jahr wurde eine neue Uniform angeschafft.
Der weinrote Kittel und die beigen Hosen galten damals als farblich sehr
gewagt und gaben landauf landab viel zu reden.
1967 trat Hugo Bürgy ins Amt des Präsidenten. Mit viel Optimismus und
Humor ging er an die Arbeit. Unter seiner Führung wurde im selben Jahr
das Bezirksmusikfest in Gurmels organisiert. 1972 löste ihn Franz
Auderset ab. Kameradschaft und Zusammenhalt waren seine Maxime, was sich
sehr günstig auf den Probenbesuch und die Spielqualität auswirkte.
1974 wurde eine neue Fahne eingeweiht. Der Entwurf stammte aus der Hand
von Erwin Spicher, Grafiker und selbst begeisterter Gurmels-Musikant.
Fahnenpatin und Fahnenpate waren Marie-Louise Schaller und Isidor
Portmann.
Auf Franz Auderset folgte 1977 Josef Perler als sechster Präsident.
Seine effiziente und zielbewusste Art, eng gekoppelt mit der
unermüdlichen musikalischen Arbeit des Dirigenten Konrad Schaller – ab
1986 Mitglied der kantonalen Musikkommission – führte die
Musikgesellschaft langsam aber sicher rosigen Zeiten entgegen. Die
regelmässige Teilnahme an Bezirks- und Kantonalmusikfesten seit Ende der
Sechzigerjahre war zur Selbstverständlichkeit geworden, wobei die
Juryberichte als Standortbestimmungen seit Mitte der Siebzigerjahre klar
einen steten Aufwärtstrend dokumentieren, der dahin führte, dass 1987 am
Bezirksmusikfest in Nant zum ersten Mal, und dazu noch mit Bravour, ein
Wettstück aus der 2. Stärkeklasse – «The Explorers» von Peter Yorke –
vorgetragen wurde. Dieser Erfolg bestätigte die Richtigkeit des
eingeschlagenen Kurses und blies kräftig Aufwind unter die Flügel, so
dass die Musikgesellschaft Gurmels auf das kantonale Musikfest 1990 in
Marly hin offiziell in die 2. Stärkeklasse aufstieg.
Dieser «Ligawechsel» wurde auch optisch mit der Anschaffung einer neuen
Uniform unterstrichen, so dass man sich nun seit 1989 klassisch
marineblau und goldgelb garniert kleidet. Auf jeden Fall schien die neue
Uniform der Musikgesellschaft Gurmels in Marly Glück gebracht zu haben,
denn das dort erspielte Resultat wies dem Verein nun offiziell einen
guten Platz im Kreise der Gesellschaften der zweiten Stärkeklasse zu.
1987 trat Josef Perler sein Amt an Anton Wolhauser ab und wurde zum
Ehrenpräsidenten ernannt. Erfolg verpflichtet, und jeder Lorbeerkranz
wird platt und zerknittert, wenn man sich darauf ausruht. Mit der Formel
«Ausbildung, Weiterbildung, Kameradschaft, Geselligkeit und Optimismus»
packten Konrad Schaller und Anton Wohlhauser die 90er Jahre an. Die
erfolgreiche Teilnahme an den folgenden Bezirksmusikfesten und am
Kantonalmusikfest 1995 in Broc brachten positive und motivierende
Resultate und stärkten den Verein in seinem gesunden Selbstvertrauen.
Demzufolge konnte Konrad Schaller in seinem 33. Jahr als Dirigent mit
der Musikgesellschaft Gurmels zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte an
einem Eidgenössischen Musikfest – 1996 in Interlaken – teilnehmen, ein
seit vielen Jahren gehegter Wunsch, dessen Erfüllung als Ereignis und
Erlebnis der besonderen Art in die Analen der Musikgesellschaft Gurmels
einging.
Konrad Schaller, seit 1960 Mitglied und seit 1963 Dirigent der
Musikgesellschaft Gurmels, legte nach 33 Jahren unermüdlicher
musikalischer Arbeit 1996 den Taktstock nieder und übergab seinem
Nachfolger Bruno Hayoz ein schönes und solides Erbe.
Brunos musikalische Leitung ist geprägt von viel Schwung, einer blumigen
Sprache, fachlicher Professionalität und kreativer
Experimentierfreudigkeit. Den Grundsatz «fordern und fördern» verfolgt
er konsequent. So führt er das Ensemble bewusst immer wieder an Grenzen
heran, deren Berührung ein musikalisches Wachsen und Reifen ermöglicht.
Dadurch macht er einerseits jedem Mitglied eine gewisse musikalische
Mitverantwortung am kollektiven Produkt bewusst und erweckt andererseits
in jeder Musikantin und in jedem Musikanten ein gesundes Mass an gutem
musikalischem Selbstvertrauen. Zusammen mit der umsichtigen Führung von
Beat Meuwly – Präsident seit 1996 – fährt das Vereinsschiff der MGG
sicher und erfolgreich durch die Gewässer der 2. Stärkeklasse.
1997 organisierte die Musikgesellschaft Gurmels das Bezirksmusikfest.
Bei strahlendem Frühlingswetter lieferten sich die Musikvereine des
Seebezirks einen kameradschaftlichen Wettbewerb. Die Experten Guy
Lattion und Rolf Schumacher stellten der Seeländer Blasmusikgemeinde ein
hervorragendes Zeugnis aus. Unvergesslich bleibt die hammermässige
samstagabendliche Unterhaltungsshow des Musikvereins Kluftern. Mit den
Musikantinnen und Musikanten aus Kluftern ennet dem Bodensee unterhält
die MGG seit bald dreissig Jahren sehr freundschaftliche und herzliche
Beziehungen. Ins gleiche Jahr fällt auch die Gründung einer offiziellen
Jugendmusik. Sandra Schorro und Bruno Egger leiteten diese
Nachwuchsschmiede mit viel Engagement, Können, Geschick und Erfolg
während gut zehn Jahren. Im Herbst 2007 übernahm dann Christoph Sallin
den Taktstock. Die folgenden Jahre sind geprägt von einer stetigen
Intensivierung der musikalischen Aktivitäten und einem kontinuierlichen
Ansteigen der Anforderungen.
Wichtige Ereignisse
Bezirksmusikfest in Courtepin 1999
Wettstück: «Overture on an early American folk hymn»
von Claude.T. Smith
Austragung des Solistenwettbewerb des Seebezirks in Gurmels
Fahnenweihe: Entwurf: Erwin Spicher
Patin und Pate: Yvonne Stempfel und Bernard Hayoz
Kantonales Musikfest in Estavayer-le-Lac 2000
Wettstück: «Overture Jubiloso» von Frank Erikson
Die MGG tritt zum erste Mal offiziell als «Harmonie» vor eine Jury und
erspielt sich in der zweiten Stärkeklasse den zweiten Rang
Eidgenössisches Musikfest in Freiburg 2001
Wettstück: «A Barry North Celebration»
von André Jutras
Bezirksmusikfest in Murten 2003
Wettstück: «Sinfonia Nobilissima» von Robert Jager
Teilnahme als Gastsektion am Bezirksmusikfest in Giffers mit dem
gleichen Wettstück
Musikgesellschaft Gurmels 70 Jahre 2004
Indonesischer Galaabend im Podium zusammen mit der Jugendmusik
Kantonales Musikfest in Freiburg 2005
Wettstück: «A festive Overture» von Alfred Reed
Eidgenössisches Musikfest in Luzern 2006
Wettstück: «Nostradamus» von Otto H. Schwarz
Die MGG erreicht 540 von 600 Punkten und kommt damit auf den 10. Rang
von 110 Teilnehmenden der 2. Stärkeklasse
Bezirksmusikfest in Lugnorre 2007
Wettstück: «Omisoka» von Itura Sakai
Jahreskonzert 2008
Das Jahreskonzert findet erstmals in der neuen Sport- und Mehrzweckhalle
«Tribüne» in Gurmels statt. Teilnahme als Gastsektion am
Bezirksmusikfest in Schmitten Wettstück: «Lord Tulamore» von Carl
Wittrock
Bezirksmusikfest in Courtion 2009
Wettstück: «Jericho» von Bert Appermont
Kantonales Musikfest in Châtel-St-Denis 2010
Wettstück: «Festive Impressions» von Oliver Waespi
Fortsetzung folgt!
Johannes Schaller
Johannes
Schaller
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